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Finanzielle Freiheit

Finanzielle Freiheit und der Weg dorthin

Wenn du auf diesem Artikel gelandet bist ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du bereits von Schlagworten wie der finanziellen Freiheit gehört hast. Doch was genau hat es damit auf sich?

Was ist Finanzielle Freiheit?

Finanzielle Freiheit bezeichnet den Zustand in dem du alle Ausgaben durch passive Einkommensströme (Mieteinnahmen, Zinsen, Dividenden, etc.) begleichen kannst.

Die Idee ist also, dass du ohne aktives Zutun von deinen passiven Einnahmen leben kannst. Das hört sich für die meisten vermutlich erst mal zu schön an um wahr zu sein. „Das können ein paar wenige Superreiche so machen, aber ich ganz bestimmt nicht!“ denkst du dir vielleicht gerade. Die Wahrheit ist allerdings, dass du das sehr wohl schaffen kannst. Der Weg dorthin ist nicht einmal all zu kompliziert. Er erfordert jedoch, dass du dich mit den vorherrschenden Stereotypen unserer Gesellschaft auseinandersetzt und für dich selbst feststellst, dass der übliche Weg nicht zwangsläufig dein „Weg zum Glück“ ist.

Es gibt nicht den einen Weg

Viel mehr noch, dass es nicht den einen Weg gibt. Auch das was ich hier schreibe, ist bloß meine Vorstellung davon wie es funktioniert. Wenn du das verstanden hast, musst du nur noch dazu bereit sein, konsequent auf deine eigene finanzielle Freiheit hin zu arbeiten. Denn ja, Arbeit ist es nach wie vor. Der Unterschied liegt allerdings darin ob du arbeiten musst bis du 35, 50 oder fast 70 bist.

Nun möchte ich dir zwei essentielle Fragen stellen und dir dabei helfen, diese rational zu beantworten.

  1. Warum willst du überhaupt finanziell frei sein?
  2. Wie schaffst du es finanziell frei zu werden?

Warum willst du überhaupt finanziell frei sein?

Das mag eine sehr persönliche Frage sein, du solltest sie dir aber spätestens jetzt stellen. Es gibt viele mögliche Gründe um finanziell frei sein zu wollen. Vielleicht findest du dich in einer der folgenden Überlegungen wieder:

  • Bist du in deinem Job unzufrieden und möchtest kündigen können, ohne dir Sorgen um deine Zukunft machen zu müssen?
  • Möchtest du einfach weniger arbeiten und mehr Freizeit haben?
  • Hast du das Gefühl du verschwendest deine Zeit und willst etwas Sinnvolleres tun?
  • Willst du dich selbständig machen und dabei finanziell abgesichert sein?
  • Bist du eigentlich zufrieden, möchtest jedoch für den Fall der Fälle abgesichert sein?
  • Willst du einfach nur mehr Geld besitzen?
  • Möchtest du verreisen können, ohne dich um Geld sorgen zu müssen? Zum Beispiel eine Weltreise machen?
  • Willst du die Freiheit haben auf neue Situationen in deinem Leben flexibel reagieren zu können?
  • Oder hast du schon mal darüber nachgedacht ein Sabattical zu machen und weißt nicht wie du es finanzieren sollst?

Die Frage nach der Motivation ist an dieser Stelle eine sehr wichtige. Denn wenn dein Wunsch darauf beruht, dass du in deiner aktuellen Situation unzufrieden bist, dann solltest du dir jetzt überlegen wie du etwas an deiner aktuellen Situation ändern kannst und dir erst danach Gedanken über die weiteren Schritte machen. Wenn du mit deinem Job unzufrieden bist wird dich der Gedanke an finanzielle Freiheit in 15 Jahren vermutlich nur schwer motivieren.

Was ist deine Motivation?

Die Gründe warum Menschen finanziell frei sein wollen sind wohl für jeden etwas anders. Genau aus diesem Grund solltest du dir diese Frage auch zu aller erst selbst beantworten, um den für dich persönlich besten Weg herausarbeiten zu können. Auch was du machen möchtest wenn du die finanzielle Freiheit einmal erreicht hast, ist eine gute Frage über die du nachdenken kannst. Daher hier noch einmal ganz direkt. Weißt du weshalb du finanziell frei sein möchtest? Was willst du machen wenn du die finanzielle Freiheit erreicht hast?

Opfere nicht deine Zufriedenheit für deine Ziele

Auf Kosten heutiger Zufriedenheit in der Zukunft finanzielle Freiheit zu erreichen sollte meiner Meinung nach nur in wenigen Fällen für eine kurze Zeitdauer eine Option sein. Verwechsle hierbei aber bitte nicht Zufriedenheit mit der kurzfristigen Befriedigung von Bedürfnissen. Du bist unzufrieden mit deiner aktuellen Situation? Dann tu etwas und hoffe nicht darauf in 5, 10, 15 oder gar 20 Jahren genug Geld zu haben um dann in Ruhestand zu gehen. Du wärst vermutlich auch mit dieser Lösung nicht lange glücklich. Dazu aber ein anderes Mal mehr.

Wie schaffst du es finanziell frei zu werden?

Diese Frage können wir etwas leichter beantworten als die Frage nach dem Warum, da wir uns den Weg dorthin berechnen können. Keine Sorge, du brauchst dafür keine besonderen Mathematikkentnisse 😉

Wie wirst du finanziell Frei?

Du musst über einen bestimmten Zeitraum mehr einnehmen als du ausgibst und diese Einnahmen zudem gewinnbringend anlegen. Der benötigte Zeitraum hängt dabei von deiner Sparquote und deinem Anlagezins ab. Anhand dieser Faktoren kannst du alles weitere einfach berechnen.

Die Sparquote ist entscheidend

Das bedeutet um auf den benötigten Zeitraum zu kommen den du brauchst um finanzielle Freiheit zu erreichen, musst du erst deine Sparquote kennen. Dazu berechnest du deinen jährlichen Sparbetrag. Falls du deinen Sparbetrag noch nicht kennst, ist das ein guter Zeitpunkt um deine Einnahmen und Ausgaben des letztes Jahres durchzurechnen. Anschließend dividierst du deinen Sparbetrag durch deine Netto Jahreseinnahmen und schon hast du deine Sparquote.

Sparbetrag = Jahreseinnahmen Netto – Jahresausgaben
Sparquote = Sparbetrag / Jahreseinnahmen Netto

Die Sparquote ist also das Ergebnis aus möglichst hohen Einnahmen und möglichst geringen Ausgaben und zudem einer der wichtigsten Faktoren wenn es darauf ankommt die finanzielle Freiheit zu erreichen.

Um das zu verdeutlichen ein kleines Rechenbeispiel. Nehmen wir an wir hätten zwei Personen.

  • Person A verdient im Jahr 40.000€ Netto und gibt davon 25.000€ jährlich aus.
  • Person B verdient im Jahr 25.000€ Netto und gibt davon 10.000€ jährlich aus.

Beiden Personen bleiben also im Jahr 15.000€ jährlich übrig die sie ansparen können.

Wer ist nun reicher?

Wer von beiden ist nach 10 Jahren reicher? Streng genommen sparen beide Personen gleich viel Geld und haben über die nächsten Jahre gleich viel Vermögen. Das heißt wenn beide ihr Geld anlegen und eine inflations- und steuerbereinigte Rendite von 4% pro Jahr erreichen, hätten beide das gleiche Vermögen und die gleiche Rendite.

Jahre Vermögen Rendite (steuerbereinigt)
5 79.478 2.305
10 171.168 4.964
15 276.948 8.031
20 398.981 11.570
25 539.765 15.653
30 702.182 20.363
35 889.555 25.797

Person A hat allerdings eine Sparquote von 38% während Person B eine Sparquote von 60% hat. Da Person B weniger Geld zum leben braucht hätte sie bereits nach 18 Jahren den Punkt erreicht ab dem sie nur von ihren Zinsen leben könnte. Person A müsste jedoch noch 17 Jahre lang weiter sparen um an denselben Punkt zu kommen.

Renditeberechnung

Es gibt jedoch noch einen weiteren Punkt an dem sich die beiden Personen unterscheiden können. Und das ist die erzielte Rendite. Also wie viel Geld ihr Vermögen für sie erwirtschaftet. Als realistischer Durchschnittswert werden hierfür oft 4% herangezogen weshalb wir vorerst damit arbeiten werden. Dazu werfe ich hier noch eine Formel in den Ring.

Erwartete Rendite = Benötigtes Vermögen * Erwarteter Zinssatz

Daraus folgt:

Benötigtes Vermögen = Erwartete Rendite / Erwarteter Zinssatz

Wenn wir nun die erwartete Rendite mit unseren aktuellen Ausgaben gleichsetzen kommen wir zu einer wichtigen Formel.

Benötigtes Vermögen = Jährliche Ausgaben / Erwarteter Zinssatz

Das bedeutet wenn wir jährliche Ausgaben von 12.000€ haben und diese durch einen erwarteten netto Zinssatz von 4% dividieren finden wir heraus, dass wir, sofern die zwei ersten Faktoren stimmen, ein Vermögen von 300.000€ benötigen um von unseren passiven Einnahmen leben zu können.

Natürlich lässt sich die Zeitspanne durch eine höhere Rendite in Form von mehr Zinsen, höheren Mieteinnahmen, etc. noch verkürzen. Die muss allerdings erst einmal erreicht werden ohne, dass das Risiko zu hoch wird dein angelegtes Geld wieder zu verlieren. Deine Sparquote kannst du jedoch gänzlich ohne jedes Risiko optimieren. Dazu musst du lediglich genau prüfen wofür du dein Geld ausgibst und diese Ausgaben wenn möglich reduzieren, sowie versuchen deine Einnahmen zu verbessern. Das ist natürlich leicht gesagt und muss erst mal gemacht werden. Welche Möglichkeiten du dazu hast werde ich in einem weiteren Artikel behandeln.

Fazit: Auch du kannst es schaffen

Das langfristige Ziel ist es also, dass dein Vermögen zusammen mit deiner Rendite so weit steigt, dass du ohne aktives Zutun von deiner Rendite leben kannst. Das erreichst du durch eine hohe Sparquote in Kombination mit einer vernünftigen Anlage deines Geldes. Ganz ohne selbst aktiv zu werden wird es jedoch auch wenn du den Punkt der finanziellen Freiheit einmal erreicht hast nicht gehen. Denn hin und wieder musst du vermutlich einen neuen Mieter finden oder dein Aktiendepot anpassen. Das Ziel sollte es allerdings sein, dass dieser Aufwand auf ein paar wenige Stunden im Jahr begrenzt. Ein fairer Deal wie ich finde.

Warum tun es dann so wenige?

Nun stellt sich die Frage warum so wenige Menschen an diesem Punkt ankommen. Um diese Frage zu beantworten kann ein Blick auf den eigenen Lebensstil helfen. Wie viel von dem Zeug in deiner Wohnung, von den Klamotten die du anhast und den Dingen die du dir regelmäßig kaufst, ist denn wirklich wichtig und verbessert deine Lebensqualität? Das teure Auto? Das neue Motorrad? Der große Flachbildschirm. Das 10te Paar Schuhe? Das regelmäßige Essen gehen, oder etwa der 5te Mojito in der teuren Bar in die du so gerne gehst?

Fakt ist, viele dieser Dinge steigern deine Zufriedenheit und dein Glück nicht langfristig, kosten dich aber jede Menge Geld welches in Zukunft deine passiven Einnahmen steigern könnte. Natürlich spielen noch mehr Dinge eine wichtige Rolle, ohne ein entsprechendes Einkommen ist es natürlich schwer eine hohe Sparquote zu erreichen. Allerdings ist es meiner Meinung nach der falsche Weg auf Grund des geringen Einkommens die Flinte ins Korn zu werfen und es gar nicht erst zu probieren. Stattdessen solltest du dir ansehen was du heute verbessern kannst um langfristig deine Ziele und gegebenenfalls auch die finanzielle Freiheit zu erreichen.

Dein eigener Weg

Um diesen Punkt zu erreichen musst du allerdings erst einmal einige Denkmuster über Bord werfen die dir vermutlich die letzten Jahre über durch deine Familie, Freunde und Bekannte eingetrichtert wurden. Dieser Weg bedeutet nicht zwangsläufig einen Verzicht und eine Einschränkung in deinem Leben. Er erfordert jedoch, dass du dich aktiv damit auseinandersetzt was du brauchst um glücklich zu sein und zu prüfen ob alle Ausgaben die du tätigst tatsächlich sinnvoll sind.

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