Was wirklich zählt im Leben

Ich schreibe hier oft darüber wie du durch geschicktes investieren und ein sparsames Leben die finanzielle Freiheit erreichen kannst. Am Ende des Tages wollen die meisten jedoch einfach glücklich sein. Was bringt dir beispielsweise finanzielle Freiheit wenn du jahrelang unglücklich bist? Viele sehen finanziellen Reichtum als Weg zum Glück, ich sehe die finanzielle Freiheit als Baustein zu mehr Glück. Doch wie gelingt es allgemein glücklicher zu sein? In diesem Artikel schreibe ich über Glücksforschung, ein erfüllendes Leben und die kleinen Dinge im Leben.

Was ist Glück?

Damit ist hier kein gutes Blatt beim Poker gemeint, auch wenn dieses Glücksgefühle auslösen kann, sondern das Gefühl des glücklich seins. Glücklich sein beschreibt den Zustand des subjektiv positiven Empfindens. Warum so schwammig? Jeder weiß was damit gemeint ist, und doch ist es vermutlich für die wenigsten einfach glücklich sein zu beschreiben. Unter anderem auch weil glücklich sein jeder anders erlebt. Für die meisten Menschen stellt es jedoch einen Zustand mentaler bzw. emotionaler Zufriedenheit und der überwiegenden Abwesenheit negativer Emotionen dar.

Für die Ausschüttung von Glücksgefühlen sind meistens Hormone verantwortlich. Serotonin, Dopamin, Endorphine, Noradrenalin, Oxytocin oder auch Phenetylamin sind Hormone die die Stimmung verbessern, Stress reduzieren, entspannend wirken und vieles mehr. Diese Hormone werden jedoch unterschiedlich ausgelöst und entfalten unterschiedliche Effekte im Körper. Sowohl Sport, berufliche Erfolge, Schokolade oder ein Kaufrausch können Glücksgefühle auslösen. Ob etwas rein rational betrachtet Sinn macht oder positiv ist hat also erst mal relativ wenig mit Glück zu tun.

Es gibt mehrere Theorien die versuchen Glück näher zu beschreiben. Ein Versuch der mir persönlich gefällt ist der Ziel-Erreichtes Ansatz von Thomsen.

Fakten / Erwartungen = Zufriedenheit

Diese Formel beschreibt die Zufriedenheit als Faktor der sich aus der tatsächlichen Situation und den damit verbundenen Erwartungen ergibt. Hatte ich sehr hohe Erwartungen an etwas, beispielsweise einen Kuchen der dann jedoch nicht gut schmeckt (Fakten), so werde ich enttäuscht sein. Meine Zufriedenheit wird also darunter leiden. Natürlich kommt es nicht nur auf diese Parameter an. Auch mein persönlicher Umgang mit Rückschlägen, negativen Erfahrungen und ähnlichem hat einen großen Einfluss auf mein Glück und meine Zufriedenheit.

Resilienz oder psychische Widerstandsfähigkeit ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen.

Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Resilienz_(Psychologie)

Damit komme ich auf meine eigene leicht adaptierte Formel.

(Fakten / Erwartungen) * Resilienz = Zufriedenheit

Das bedeutet es dreht sich vieles um Erwartungshaltungen und den persönlichen Umgang mit der aktuellen Situation. Zusätzlich gibt es allerdings viele Faktoren die dein Glücksempfinden positiv oder negativ beeinflussen können. Im folgenden möchte ich mich einer Auswahl dieser „Fakten“ widmen.

Was macht glücklich?

Welche Faktoren und Tätigkeiten lösen Glück aus? Hier gibt es eine ganze Menge an Dingen. Zu viele um sie alle aufzuzählen. Ich will jedoch versuchen mich auf die größten Themen zu konzentrieren. Wichtig die hier beschriebenen Punkte sind meistens Erkenntnisse aus Studien die sich eine größere Menge an Personen angesehen haben. Dabei kommt es zur Auswertung von Durchschnittswerten. Bloß weil etwas bei dem Großteil der Personen so ist, heißt es nicht, dass es bei jeder Person so ist. Auch geht es hier um Faktoren die immer subjektiv gemessen werden.

  • Deine Gene
    Deine Gene beeinflussen tatsächlich zu einem gewissen Grad wie glücklich du bist. Dies wurde in Studien an eineiigen und zweieiigen Zwillingen getestet. Hier können wir tatsächlich nicht mehr all zu viel machen.
  • Dein Lebensmittelpunkt
    In einem sicheren Land mit Demokratie ohne Krieg zu leben wirkt sich positiv auf dein subjektives Glücksempfinden aus.
  • Soziale Beziehungen
    Soziale Beziehungen helfen uns dabei glücklich zu sein. Zwei bis drei enge Freundschaften sind jedoch mehr wert als viele oberflächliche Freundschaften. Auch eine intakte Familiensituation und Zeit mit dieser helfen dir dabei glücklicher zu sein.
  • Befriedigende Arbeitssituation / Erfüllende Tätigkeit
    Wer seinen Arbeitsplatz oder seine Aufgaben nicht leiden kann ist weniger zufrieden.
  • Finanziell abgesichert sein
    Bis zu einem gewissen Maß steigt mit steigendem Einkommen und Vermögen auch das Glück der betroffenen Person. Ab einem Schwellwert flacht diese Kurve jedoch stark ab und zusätzliches Einkommen sorgt nicht für zusätzliches Glück. Wenn einmal die Grundbedürfnisse erfüllt sind und wir ein finanzielles Polster haben bringt uns noch mehr Geld eben meistens nicht mehr viel. Hast du jedoch zu wenig Geld und dadurch Geldsorgen wirkt sich das negativ auf dein Glück aus.
  • Sport
    Sport sorgt für Endorphinausschüttung die für einen regelrechten Glücksboost sorgen können. Regelmäßiger Sport hilft zusätzlich auch deiner Gesundheit und sorgt so für regelmäßige Endorphinausschüttungen und ein sorgenfreieres Leben.
  • Meditation
    Meditation hilft dir dabei dich zu entspannen. Dies passiert durch eine Entspannung des Körpers, tiefere Atmung und eine Verlangsamung des Herzschlages. Achtsamkeitsmeditation
  • Gesundheit
    Kurz, wer gesund ist, ist glücklicher als jemand der krank ist. Allerdings gibt es auch Untersuchungen die zeigen, dass Menschen die schlimme Schicksalsschläge durchlebt haben sich mit der Zeit daran gewöhnen und wieder ähnliche Glückswerte aufweisen wie andere.
  • Dankbarkeit
    Manche Menschen sind dankbarer als andere. Das lässt sich mit einer generellen positiven Einstellung vergleichen. Wenn du schon für die kleinen Dinge im Leben dankbar bist wirst du verhältnismäßig zufriedener durchs Leben gehen.
  • Freundlichkeit / Selbstlosigkeit
    Selbstlose Taten lösen ebenfalls positive Gefühle aus.

Ein Glücksgefühl stellt sich am ehesten ein, wenn das Geben ein oder mehrere menschliche Kernbedürfnisse (Zusammengehörigkeit, Kompetenz, Unabhängigkeit) des Spenders befriedigt. Pro-soziales Verhalten macht dann am glücklichsten, wenn wir Menschen selbst entscheiden können wie und wo wir helfen und wenn wir sehen können, wie unser Handeln sich positiv auswirkt.

SAZ 2016
  • Selbstbestimmtes Leben
    Wer nicht das tun kann das er tun möchte, sondern immer nur das tut was andere von ihm verlangen oder erwarten wird langfristig nicht so glücklich sein wie jemand der seine Träume ausleben kann. Das trifft auf die Arbeit aber auch auf das Privatleben zu.
  • Lachen
    Hast du schon einmal versucht zu lachen wenn du traurig warst? Nein? Dann solltest du dir diesen Tipp für das nächste Mal merken. Unser Gehirn ist so darauf trainiert lachen mit Fröhlichkeit zu verbinden, dass wir es austricksen können. Wer lacht tut automatisch etwas für seine Stimmung. Noch besser ist es natürlich wenn es auch einen wirklichen Grund gibt zu lachen.
  • Verliebt sein
    Wer verliebt ist blendet einen Großteil an negativen Emotionen aus und schüttet eine Große Menge an Glückshormonen aus.

Kann ich das „glücklich sein“ lernen?

Diese Frage ist mit Vorsicht zu genießen. Einerseits gibt es einige Faktoren die wir nicht beeinflussen können, die jedoch verändern wie wir Glück erleben und empfinden. Dazu zählen unter anderem deine Gene und persönliche Eigenschaften. Andererseits deutet jedoch auch vieles darauf hin, dass wir unseren Umgang mit Ereignissen, aber auch unsere Verhaltens- und Lebensweise dahingehend anpassen können, dass wir öfter und länger glücklich sind. Hier liegt jedoch auch das Risiko sich in dem Streben nach Glück zu verlieren.

„Unser Gehirn ist nicht dafür gebaut, dauernd glücklich zu sein, aber es ist süchtig danach, nach Glück zu streben.“

Manfred Spitzer

Wir sind also gar nicht in der Lage dauerhaft glücklich zu sein. Es wird immer Höhen und Tiefen geben. Auch in deiner Gefühlslage. Entscheidend ist jedoch wie oft ein wirkliches Tief vorkommt und wie oft es stattdessen bloß eine durchschnittliche Situation ist. Damit sind wir wieder bei dem Thema Resilienz. Wie du damit umgehst, wie lange das Tief anhält und ob du Strategien entwickelt hast um dich wieder in eine bessere Stimmung zu versetzen ist wichtig.

Du kannst also lernen mit negativen Situationen besser umzugehen, dankbar zu sein und dein Gehirn auf die positiven Dinge und mehr Gelassenheit konditionieren.

Dein Weg zum Glück

Jetzt geht es ans eingemachte und wir kommen langsam zum Ende des Artikels. Wir wissen was Glück ist und, dass wir durch die „richtige“ Einstellung und die „richtigen“ Tätigkeiten und das „richtige“ Umfeld im Schnitt langfristig glücklicher sein können.

Natürlich kannst du, solange du dich dabei nicht selbst aufgibst, versuchen häufiger Tätigkeiten auszuüben die dich glücklich machen. Hier kommt es stark auf die Mischung an. Wenn du einen schlechten Tag hast hilft dir vielleicht dein Lieblingsessen oder ein kleines Stück Schokolade. Sport dagegen kann dir nicht nur in der Situation helfen sondern regelmäßig ausgeübt auch generell deine Stimmung verbessern.

Brainhack: Dass Schokolade glücklich macht, ist übrigens nur halb richtig. Schokolade enthält Tryptophan welches in Folge im Gehirn zur Bildung von Serotonin herangezogen wird. Tryptophan ist allerdings nicht nur in Schokolade sondern ganz besonders in eiweißreichen Lebensmitteln enthalten (Milchprodukte, Fisch, Sojaprodukte, Fleisch, Hülsenfrüchte). Diese enthalten im Gegensatz zur Schokolade noch weitere essentielle Nährstoffe und können bedenkenlos in höheren Mengen zugeführt werden als dies bei Schokolade ratsam ist. 

Wichtig ist jedoch auch das ganze nicht zu verkrampft zu sehen. Beantworte doch zunächst einmal folgende Fragen für dich selbst.

  • Wie glücklich schätzt du dich aktuell ein?
  • Willst du überhaupt etwas ändern/verbessern?
  • Was machst du bereits um ein glückliches, erfüllendes Leben zu führen?
  • Was würdest du gerne machen das du aktuell noch nicht tust?
  • Was könntest du beispielsweise von der Liste weiter oben machen an das du bisher nicht gedacht hast?

Anhand dieser Fragen kannst du versuchen herauszufinden ob du zur Zeit wirklich etwas besser machen kannst und möchtest. Wenn „eh alles passt“ bist, wozu dann etwas ändern? Natürlich kann man sich trotzdem immer die ein oder andere Idee absehen, ansonsten hättest du vermutlich nicht bis hier gelesen.

Wenn du dir in letzter Zeit allerdings öfters gedacht hast, dass das doch nicht alles gewesen sein kann empfehle ich dir eine Ist-Analyse zu machen. Wo stehst du zur Zeit an, in welchen Situationen fühlst du dich unwohl und was könntest du verbessern? Regelmäßig Tätigkeiten in dein Leben zu integrieren die dir gut tun ist ein guter Anfang. Sport, soziale Kontakte, eine befriedigende Arbeitssituation und eine hohe Resilienz sind meiner Meinung nach Grundpfeiler die deine Zufriedenheit steigern und regelmäßig Glücksgefühle auslösen. Solltest du bisher nichts davon tun mach dir damit allerdings bitte keinen Stress. Probiere die Dinge langsam aus und mach dir selbst nicht zu viel Druck. Umgib dich mit Menschen die dich dafür lieben wer du bist, übe Sport aus der dir Spaß macht, wenn dein Job dich nicht glücklich macht versuche ihn zu wechseln oder mache eine Ausbildung, investiere in dich selbst und deine Persönlichkeitsentwicklung. Das sind Schritte die dich langfristig weiterbringen werden.

Wie ich am Anfang geschrieben habe ist die finanzielle Freiheit für mich ein Schritt am Weg zu mehr Glück. Wieso ist das so? Sehen wir uns das kurz anhand der oben angeführten Faktoren zu mehr Glück an.

  1. Du bist finanziell abgesichert, auch wenn du nicht arbeitest.
  2. Es nimmt den Druck von deiner Arbeit und macht es leichter den Fokus auf befriedigende Tätigkeiten zu legen. Bloß weil du finanziell Frei oder kurz davor bist heißt das ja nicht, dass du aufhören musst zu arbeiten. Du kannst aber leichter zu einem Job wechseln in dem du weniger verdienst den du dafür lieber machst.
  3. Dies erleichtert es dir auch ein selbstbestimmtes Leben zu führen und deinen Träumen nach zu gehen.
  4. Zusätzlich musst du, wenn du es nicht möchtest, nicht mehr so viel arbeiten. Das bringt dir mehr Freizeit und erleichtert es dir Stress zu reduzieren, dich mehr um dich selbst zu kümmern, beispielsweise auch mehr Sport zu machen, was wiederum gut für dich und deine Gesundheit ist.

Bei mir beginnen sich diese Faktoren langsam zusätzlich auszuwirken. Ich plane gerade den Wechsel in die Teilzeit um mehr Zeit, für Sport, eine Ausbildung in diesem Bereich und eventuell später auch eine Tätigkeit im Sportumfeld, zu haben. Mehr dazu hier: Welche Auswirkung eine Stundenreduktion auf mein Ziel die finanzielle Freiheit hat

Fazit

Glück ist eine sehr subjektive Empfindung. Durch Persönlichkeitsentwicklung und eine damit einhergehende Steigerung unserer Resilienz, die richtige Erwartungshaltung und den geschickten Einsatz von Tätigkeiten die unser Glücksempfinden verbessern können wir dieses jedoch positiv beeinflussen. Dabei ist es jedoch wichtig, dass du dir selbst nicht zu viel Druck machst.

Was sind deine Erfahrungen mit dem Thema?

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