Tagebuch zur finanziellen Freiheit

Der Februar ist vorbei, beginnt jetzt die Zeit für Schnäppchenjäger?

Der Februar hatte einiges zu bieten, Zeit also für einen erneuten Monatsrückblick. Sowohl privat als auch beruflich hat sich bei mir einiges bewegt. Aber für die meisten wohl am spannendsten ist zur Zeit das Coronavirus und die dadurch eintretenden Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Deshalb möchte ich mich im ersten Teil meines Monatsrückblicks dem Virus und der Börse widmen.

Löst der Coronavirus einen Crash aus?

Nachdem schon vor einigen Wochen die ersten Warnmeldungen aus China zu uns gekommen sind ist es jetzt so weit. Das Coronavirus breitet sich weiter aus. Nicht nur in Asien sondern auch in Europa und Amerika gibt es infizierte. Italien hat es diese Woche besonders getroffen.

Bei dem Coronavirus handelt es sich um einen neuartigen Virus der im Jänner in Wuhan, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Hubei, das erste Mal beobachtet wurde. Dadurch, dass das Virus sehr neu und noch wenig untersucht ist sind die Auswirkungen noch schwer einzuschätzen.

„Wie gefährlich der Erreger ist, ist noch nicht genau abzusehen.“ AGES

Laut AGES geht man derzeit von einer Sterblichkeit von bis zu drei Prozent aus. Die Grippe durch Influenzaviren weist im Vergleich eine Sterblichkeit von unter einem Prozent auf.

Ich bin kein Arzt und habe definitiv nicht die Kompetenz um diese Thematik sachlich fundiert einschätzen zu können. Doch obwohl in letzter Zeit regelmäßig darauf hingewiesen wird, dass das Virus ähnlich wie eine Grippe ist und man sich keine übermäßigen Sorgen machen braucht, bin ich der Meinung, dass ein gewisser Respekt vor diesem neuen Virus durchaus angebracht ist. Denn innerhalb kürzester Zeit hat sich dieser Virus fast weltweit verbreitet, zahlreiche Menschen angesteckt und bereits vielen Menschen das Leben gekostet. Nicht ohne Grund gibt es inzwischen für viele Regionen in China und Italien Reisewarnungen. In China wurden ganze Geschäfte für längere Zeit geschlossen. In Italien wurden Schulen geschlossen um die Ansteckungsgefahr zu verringern. Ich weiß nicht was die nächsten Wochen bringen aber ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass uns dieses Virus durchaus noch eine Weile beschäftigen wird.

Doch was bedeutet das jetzt für die Wirtschaft? Wieso sind die Aktien in den letzten Wochen so abgestürzt und gibt es jetzt den von vielen beschworenen Crash?

To Crash or not to Crash?!

Erst einmal möchte ich an der Stelle etwas beruhigen. Ich habe in mehreren Gruppen, Foren, Chats, etc. mitbekommen, dass einige Menschen schon nach einem Minus von 5% ganz panisch wurden und gefragt haben ob das jetzt der Crash ist und was sie nun machen sollen. Deshalb ein paar Zahlen zum Vergleich.

Der schwarze Freitag 1927 hatte einen Kurseinbruch von über 31 Prozent zur Folge. Der schwarze Montag 1987 brachte ein Minus von mehr als 20 Prozent. Das platzen der Dotcom Blase 2000 bescherte Anlegern ein Minus von etwa 80 Prozent.

Der DAX und der Dow Jones haben innerhalb einer Woche etwa 10-16 Prozent verloren. Das lässt sich also noch nicht ganz mit den großen Crashs vergleichen, kommt allerdings langsam in die Nähe. Ob es noch weiter runter geht oder nicht ist allerdings schwer vorhersehbar.

Dadurch, dass sich die Auswirkungen inzwischen nicht nur in China durchschlagen, sondern auch in Europa erste Städte in den Quarantänemodus gehen, die Grenzen wieder stärker überwacht werden und die Auswirkungen auf die Wirtschaft noch nicht ganz absehbar sind lässt sich ein gewisser Kurseinbruch natürlich erklären. Ich halte es nicht für unrealistisch, dass der Kurs noch weiter einbrechen wird und rechne schon ein wenig damit. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der März noch im Zeichen des Virus stehen wird, besonders wenn sich dieser noch etwas stärker in Europa und Amerika ausbreitet. Ohne es wirklich zu wissen würde ich aber erwarten, dass danach wieder eine gewisse Normalität einkehr. Es kann aber natürlich auch ganz anders kommen. Der Virus könnte aggressiver sein als zur Zeit gedacht, sich besser oder weniger gut ausbreiten, oder, oder, oder..

Nachkaufen oder Aussteigen?

Damit stellt sich natürlich eine spannende Folgefrage. Sollten wir jetzt alle Nachkaufen da sich die Kurse ohnehin bald wieder erholen, oder sollten wir jetzt alles verkaufen bevor die Kurse noch weiter fallen?

Und damit sind wir bei einer Frage deren Antwort ich nicht kenne. Ich kann die Antwort auch gar nicht kennen. Meiner Meinung nach kann aktuell niemand diese Antwort kennen. Also was tun?

An dieser Stelle möchte ich auf einen älteren Artikel von mir verweisen. Wie du mit ETFs eine Rendite von 7% erzielst

In diesem Artikel habe ich die Auswertung der letzten Jahrzehnte zusammengefasst. Das Ergebnis, eine durchschnittliche Rendite von 7% pro Jahr ist weltweit drinnen. Teilweise sogar mehr. Dazu hier ein Ausschnitt aus dem Artikel: „Finanztip zufolge hat der MSCI World seit 1975 in beliebigen 15 Jahreszeiträumen durchschnittlich eine Rendite von 7,7% jährlich erzielt. Die Rendite variierte dabei von 1,3% hin zu 14% pro Jahr.“

Das bedeutet je nachdem in welchem Zeitraum ich mein Geld investiere kann es sein, dass ich über die nächsten 15 Jahre im Schnitt pro Jahr nur 1,3% oder 14% Rendite mache. Nehme ich aber den Durchschnitt aus all diesen Zeiträumen komme ich auf 7,7%. Wir nutzen also den Cost Average Faktor. Warum machen wir das dann nicht einfach genau so?

Wenn du dein Geld, egal ob durch Sparpläne oder manuell, regelmäßig, im Optimalfall auch sehr gleichmäßig verteilt investierst, balancierst du die Höhen und Tiefen aus und kommst am Ende mit einer historischen Rendite von 7,7% heraus. In der Zukunft kann dieser Wert natürlich anders aussehen, die Erkenntnis sollte allerdings die gleiche bleiben.

Meine persönliche Strategie

Meine persönliche Strategie sieht inzwischen sehr stark nach dem aus das ich oben beschreibe. Ich investiere monatlich automatisiert in ETF-Sparpläne. Diese sind aufgeteilt in den MSCI-World, Emerging Markets und Europa. Investiert wird am Ersten und am 15. jeden Monats.

Ich persönlich bin überzeugt davon, dass man, im Schnitt, mit Buy & Hold am weitesten kommt. Ob ETFs oder eine Value Investing Strategie sinnvoller sind konnte ich für mich bis heute nicht entscheiden. Ich gehe allerdings davon aus, dass es für Value Investing deutlich mehr Wissen und Zeit braucht. Wodurch für mich das langfristige automatisierte Sparen in ETFs die bessere Wahl ist. Die Rendite ist auf jeden Fall ausreichen.

Lies auch: Wie viel Rendite brauchst du?

Ich kann es dann aber doch nicht ganz lassen und möchte hin und wieder auch selbst ausgewählte Aktien kaufen. Ich habe schon vor längerem geschrieben, dass ich genau für solche Fälle einen Cash Polster habe den ich bei solchen Rücksetzern nutzen möchte. Jetzt habe ich weiter oben schon geschrieben, dass ich nicht weiß ob das nur ein Rücksetzer war oder ob es noch weiter nach unten geht. Deshalb nutze ich wieder die Strategie des Cost Average Faktors. Ich habe mir ein paar wenige Firmen herausgesucht die ich interessant finde.

Für diese Firmen habe ich mir Werte ermittelt ab denen ich sie als günstig erachte. Die Werte habe ich dabei auch so gewählt, dass ich nicht von allen Unternehmen gleichzeitig Aktien kaufen werde. Das Ziel ist also in Stufen zu kaufen um günstig zu kaufen falls die Aktien noch deutlich weiter fallen, aber auch schon etwas mitgenommen zu haben falls die Aktien sich demnächst erholen.

Meine Kandidaten und Käufe

Bei den Unternehmen die ich mir ausgesucht habe handelt es sich um:

  • Uniqua,
  • Alphabet,
  • Microsoft,
  • Disney,
  • Visa
  • und die Österreichische Post.

Zwei davon habe ich bereits gekauft. UNIQA habe ich bereits bei 8,5 Euro gekauft. Das entspricht im Vergleich zu Stand vor einer Woche einem Minus von etwa 11%. Aktuell liegt die Aktie bei einem Wert von etwa 8 Euro. Als nächstes habe ich Disney bei einem Kurswert von 120 Dollar gekauft. Das entspricht einem Minus von knapp über 14%.

Microsoft habe ich mir bei 150 Dollar notiert. Hier rechne ich mit dem nächsten Kauf. Das entspricht einem Minus von 18,5%. Visa ist zwischen 170 und 160 angedacht. Das wäre ein Minus von 20-24%. Alphabet habe ich bei 1200 bis 1100 Dollar anvisiert. Das entspricht einem Minus von 21-27,5%. Zusätzlich denke ich noch über die Österreichische Post, zu 27 Euro also einem Minus von -20%, nach.

Sobald die Aktien dieser Unternehmen unter diese Schwelle fallen kaufe ich eine kleine Tranche in der Größenordnung von etwa 2000 Euro. Je nachdem wie schnell die Kurse in den nächsten Tagen fallen kann es sein, dass ich Kaufkurse auch noch etwas tiefer oder höher ansetze um die Abstände zwischen den Aktienkäufen nicht zu kurz aneinander zu reihen. Sollten die Kurse nach dem letzten Kauf weiter fallen muss ich mir noch überlegen ob ich die gleichen Unternehmen noch einmal kaufe oder auf andere Unternehmen bzw. ETFs umsteige.

Da ich davon ausgehe, dass stabile, große Unternehmen ihre ursprünglichen Werte bald wieder erreichen werden erachte ich diese Strategie als relativ sicher. Natürlich kann auch hier immer etwas schief gehen. All diese Unternehmen könnten nachdem ich sie gekauft habe noch einmal drastisch an Wert verlieren. Ich gehe allerdings nicht davon aus, dass die Unternehmen mehr als ein paar Monate auf neuen Tiefstwerten bleiben, geschweige denn in Konkurs gehen.

Persönliches & Blogentwicklung

Soviel also zu meiner Strategie für die kommenden Wochen. Jetzt aber genug von Krankheiten und Aktienmärkten, zum Abschluss noch etwas persönliches und mein monatlicher Kassasturz.

Ich habe mir ja schon vor längerem vorgenommen meine Arbeitsstunden auf 27 Stunden pro Woche zu reduzieren. Ich habe das Glück, dass mich mein Chef bei diesem Unterfangen unterstützt hat und habe bereits die Zusage erhalten, dass wir meine Stunden mit Mai entsprechend reduzieren können. Das bedeutet ab Anfang Mai habe ich jede Woche 11,5 Stunden mehr Zeit für Sport, Finanzen, diesen Blog und neue Projekte. Zusätzlich steht im März eine Infoveranstaltung für das berufsbegleitende Studium, mit dem ich dieses Jahr beginnen möchte, an. Sobald ich dort war werde ich voraussichtlich meine Unterlagen fertig machen und mich einschreiben.

Lies auch: Welche Auswirkung eine Stundenreduktion auf mein Ziel die finanzielle Freiheit hat.

Als nächstes sieht es danach aus als würde meine Freundin bald ihren eigenen Foodblog starten. Da ich hobbymäßig gerne fotografiere bin ich für die entsprechenden Fotos verantwortlich. Das ganze steht noch in den Startlöchern, aber ich habe schon mal die Basis für den Blog aufgesetzt. Alles weitere kommt dann vermutlich in den nächsten Wochen.

Für diesen Blog habe ich aktuell auch ein kleines Projekt geplant. Ich arbeite an einer neuen zusammenhängenden Serie von Artikeln. Ich bin damit noch nicht all zu weit und muss das ganze für mich noch besser ausarbeiten bevor ich den ersten Artikel veröffentliche.

Kassasturz

Zu guter letzt der Kassasturz. Mein Cashbestand ist auf Grund der zwei Aktienkäufe und eines kleinen Investments in EstateGuru* (dazu bald mehr) diesen Monat etwas gesunken. Gleichzeitig sind auch meine Aktien und ETFs im Wert gesunken. Wie viel genau weiß ich zur Zeit nicht, vielleicht sehe ich mir das ein anderes Mal an. Aktuell finde ich es nicht so wichtig.

*Wenn du dich über den angegebenen Link auf EstateGuru registrierst erhältst du, genau so wie ich, in den ersten 3 Monaten einen Bonus von 0,5% auf deine Investments.

Meine Sparquote lag im Februar bei etwa 60%, das ist ein guter Wert und ich bewege mich nach einem schwachen Jänner wieder in einem Bereich in der ich mich wohl fühle. An der Stelle ist mir auch aufgefallen, dass ich mir zwar in meinem Jahresrückblick 2019 ausgerechnet habe auf welche Sparquote ich über das Jahr kommen möchte, dadurch, dass in dieser auch mein Jahresbonus sowie Urlaubs- und Weihnachtsgeld eingerechnet waren weiß ich aktuell allerdings gar nicht so genau auf welche Sparquote ich monatlich ohne diese Zuschüsse kommen müsste. Mit den 60% glaube ich habe ich den Wert sogar überboten, im Detail werde ich mir das aber in den kommenden Tagen ansehen.

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