P2P- und Crowdinvesting-Gewinne in Österreich versteuern

Wie jedes Jahr ist es wieder soweit. Es ist Zeit für den Steuerausgleich damit wir uns vom Finanzamt ein paar Euro zurückholen. Wenn du auch in P2P- oder Crowdinvesting-Plattformen wie Mintos, Bondora, EstateGuru, Bettervest, Conda & Co. investiert bist wird es Zeit sich damit auseinanderzusetzen wie diese Einkünfte korrekt versteuert werden. Dabei geht es sowohl darum, wie viel Steuer du darauf zahlen musst, als auch wie du diese korrekt in deinem Steuerausgleich angibst. Da es durchaus etwas mühsam sein kann alle Informationen zusammen zu tragen um herauszufinden wie man seine Gewinne in Österreich zu versteuern hat habe ich diesen Artikel zur Erklärung geschrieben.

Disclaimer: Ich bin weder Jurist noch Steuerberater. Ich habe lediglich selbst einiges an Zeit investiert um möglichst sicher zu sein, dass ich meine Gewinne korrekt besteuere und möchte meine Erfahrungen hier weitergeben um es dir etwas leichter zu machen. Dieser Text stellt jedoch keine rechtliche/steuerliche Beratung dar und ich kann nicht garantieren, dass alle rechtlichen Aspekte abgedeckt sind. Solltest du unsicher sein wende dich bitte an einen Steuerberater.

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Mein Einstieg in P2P-Kredite mit Mintos

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Wie werden Einkünfte aus P2P-Krediten und Crowdinvesting versteuert?

Dazu lohnt es sich wenn wir uns kurz Gedanken darüber machen wie wir auf diesen Plattformen Geld verdienen.

Bei P2P-Plattformen wie Mintos und Bondora nehmen Privatpersonen Darlehen bei uns auf. Es ist allerdings noch ein Institut als Darlehensanbahner zwischengeschalten, wodurch man eventuell noch von einer Forderung diesem Darlehensanbahner gegenüber sprechen kann. Bei Crowdinvesting Plattformen über die wir in Immobilien oder Projekte investieren können, z.B. Estateguru, Conda oder Bettervest sieht es meist sehr ähnlich aus. Es gibt zwar einen stärkeren Fokus auf das Projekt, aber aus vertraglicher Sicht wird ein Darlehen gewährt.

Laut aktuellster Version des Einkommensteuergesetzes 1988 welche in der letzten Version am 30.10.2019 in Kraft getreten ist unterliegen Einkünfte laut §27a Abs. 1 aus Kapitalvermögen einem besonderen Steuersatz von 25% oder einem Satz von 27,5%. Es wäre allerdings nicht das österreichische Recht würde es da nicht eine ganze Palette an Ausnahmen geben.

Laut Abs. 2 – Punkt 1 gilt diese Definition nämlich nicht für „Einkünfte aus Darlehen und nicht verbrieften sonstigen Forderungen, denen kein Bankgeschäft zu Grunde liegt;“.

Dieser Absatz fasst auf einen Schlag relativ schön zusammen womit wir es zu tun haben. Das bedeutet wir können nicht den besonderen Steuersatz von 25-27,5% für uns geltend machen.

In der Einkommenssteuerrichtlinie von 2000 unter „20.3.3 Ausnahme von den besonderen Steuersätzen“ wird auch noch einmal explizit auf Privatkredite über Online-Plattformen eingegangen. Dort wird auch noch klar darauf hingewiesen, dass der vom Einkommen abhängige Regelsteuersatz geltend zu machen ist.

Laut Lohnsteuerrichtlinie 2002 13.3 Veranlagungsfreibetrag (§ 41 Abs. 3 EStG 1988) 912e kann hier ein Freibetrag von bis zu 730 Euro fällig werden.

Sind im Einkommen lohnsteuerpflichtige Einkünfte enthalten, ist von den anderen (das heißt nicht lohnsteuerpflichtigen) Einkünften ein Veranlagungsfreibetrag bis zu 730 Euro abzuziehen. Dieser Freibetrag vermindert sich um jenen Betrag, um den die anderen Einkünfte 730 Euro übersteigen und beträgt bei 1.460 Null.

Lohnsteuerrichtlinie 2002, 13.3 Veranlagungsfreibetrag (§ 41 Abs. 3 EStG 1988) 912e

Wo gebe ich den entsprechenden Betrag in meiner Steuererklärung an?

Um deine Gewinne richtig anzuführen musst du die Beilage E1kv ausfüllen. Diese ist in der klassischen Arbeitnehmerveranlagung allerdings leider nicht vorhanden. Deshalb musst du einen Erklärungswechsel durchführen. Durch diesen wechselst du von der Arbeitnehmerveranlagung zu einer Einkommenssteuererklärung. Keine Sorge, für dich ändert sich nicht viel. Wenn du dich auf finanzonline.at anmeldest kannst du unter weitere Services unter dem Punkt Erklärungen einen Erklärungswechsel beantragen. Dieser wird automatisch bearbeitet, du musst also nicht erst ein paar Tage darauf warten, dass du weiter machen kannst.

Klicke auf „Weitere Services“
Klicke auf „Erklärungswechsel“

Unter Erklärungswechsel, musst du unter Einkünfte „Einkünfte aus Kapitalvermögen“ auswählen. Die Art der Einkünfte sind „Einkünfte aus realisierten Wertsteigerungen aus Kapitalvermögen (§27 Abs. 3 EStG 1988). Bei dem Feld „Genaue Bezeichnung“ habe ich kurz festgehalten, dass es sich um keine unternehmerische Tätigkeit handelt und ich lediglich Investments auf P2P- und Crowdinvesting-Plattformen tätige. Anschließend gibst du unter Beginn der unternehmerischen Tätigkeit noch das Datum an ab dem du mit deinen Investments begonnen hast. Danach kommen einige Felder die nicht relevant sind. Abschließend musst du nur noch die Felder „Voraussichtlicher Gewinn im Eröffnungsjahr“ und „Voraussichtlicher Gewinn im Folgejahr“ ausfüllen.

Allgemeine Angaben zur Tätigkeit
Voraussichtlicher Gewinn

Anschließend kannst du den Erklärungswechsel bestätigen. Jetzt kannst du, anstelle der Arbeitnehmerveranlagung, eine Steuererklärung abgeben. In dieser gibt es nun auch den Punkt „Einkünfte aus Kapitalvermögen – Beilage E1kv“. Während ansonsten alles wie bisher ausgefüllt wird nimmst du dir zusätzlich diese Beilage und füllst dort unter dem Punkt 557 – Sonstige tarifsteuerpflichte Einkünfte aus Kapitalvermögen den Betrag des zu versteuernden Jahres aus.

Einkünfte aus Kapitalvermögen – Beilage E1kv

Abschließend kannst du dir deine voraussichtliche Rückerstattung berechnen lassen und auch detailliert in einem Dokument darstellen lassen. Folgend ein Auszug in Bezug auf meine P2P-Einkünfte.

Wie du siehst, Anfangs zwar vielleicht etwas ungewohnt, aber alles keine Hexerei. Damit steht deinen P2P-Krediten, Immobilieninvestments und Crowdinvesting-Projekten auch in Bezug auf die Steuer nichts mehr im Weg.

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