Finanzielle Freiheit,  Karriere

Welche Auswirkung eine Stundenreduktion auf mein Ziel, die finanzielle Freiheit, hat

Wie du vielleicht schon weißt ist die finanzielle Freiheit seit langer Zeit eines meiner großen Ziele. Dieses Ziel wollte ich bisher schon mit 35 Jahren erreichen. Das ist in etwas mehr als 6 Jahren. Seit kurzem denke ich jedoch immer öfter darüber nach ob es nicht andere Szenarien gibt bei denen ich mein Ziel zwar um ein paar Jahre später erreiche, dafür jedoch mehr Lebensfreude und Qualität habe. Aktuell denke ich deshalb über eine Reduktion meiner Arbeitszeit nach. Hier möchte ich meine Gedanken dazu zusammenfassen.

Lies auch: Wie ich mit 35 die finanzielle Freiheit erreiche.

Status Quo – Ausbruch aus alten Mustern

Beginnen wir einmal bei meinem aktuellen Status Quo. Ich habe mit 24 mein Studium der Informatik abgeschlossen und begonnen als Consultant zu arbeiten. In dieser Zeit bin ich viel gereist, habe viel gearbeitet und dafür auch gut verdient. Das hat es mir ermöglicht bereits in frühen Jahren einiges auf die Seite zu legen. Nach einer Weile habe ich jedoch die Freizeit, die Zeit zu Hause und die Möglichkeit mich unter der Woche intensiver meinem Hobby dem Kampfsport zu widmen vermisst. Deshalb musste ein Wechsel her. Nun arbeite ich seit knapp einem Jahr wieder in Wien, habe einen 38,5 Stunden Job auf All-In Basis und habe mein Leben darauf eingestellt.

Durch die, inzwischen wieder gesteigerte, intensivere Beschäftigung mit meinem Sport merke ich jedoch immer öfter, dass ich eigentlich gerne mehr Freizeit hätte. In meinem Job bin ich durchaus gefordert und dadurch bleibt mir zwischen Arbeit, Training und Schlafen gehen oft nicht mehr viel Zeit. Dabei würde ich es eigentlich interessant finden mein Trainingspensum noch zu erhöhen. Von mehr Zeit für Finanzthemen, diesen Blog und andere Hobbies reden wir dabei noch nicht einmal.

Ich hatte früher die Vorstellung im Kopf, dass man einfach immer Vollzeit arbeitet. Alternativen habe ich lange nicht berücksichtigt. Dann kam die Idee der finanziellen Freiheit und der früheren Rente dazu. Die Idee meine Stunden zu reduzieren habe ich allerdings erst seit ein paar Wochen im Kopf. In letzter Zeit denke ich jedoch immer öfter darüber nach. Durch meinen Sport und diesen Blog ist die Motivation zu solch einem Schritt in letzter Zeit auch noch deutlich gestiegen.

Lies auch: Wieso arbeiten wir so lange?

Was bedeutet eine Stundenreduktion finanziell?

Ich habe den Brutto-Netto Rechner der Arbeiterkammer genutzt um einen groben Überblick über die Auswirkung auf mein Netto Gehalt zu bekommen. Wenn mein Brutto-Gehalt sich aliquot zu den Stunden auf 70% verringert würde ich Netto etwa 75% meines bisherigen Gehaltes bekommen. Mein Netto-Stundenlohn würde also, durch den Wechsel in eine niedrigere Steuerklasse, sogar um etwa 7% steigen.

Mit diesen Werten habe ich mich an eine Neukalkulation meiner bisherigen Berechnungen zur finanziellen Freiheit gemacht.

Bei meinem aktuellen Einkommen, sowie den aktuellen Ausgaben und einem erwarteten durchschnittlichen Zinssatz vor Steuer von 6% pro Jahr, sowie einer durchschnittlichen Inflation von ~2% gehe ich davon aus in etwa 6 Jahren an dem Punkt anzukommen ab dem ich nicht mehr arbeiten muss. Bis dahin müsste ich noch ca. 12666 Stunden arbeiten.

Würde ich ab nächstem Jahr nur noch 70% arbeiten würde sich mein Einkommen wie beschrieben auf etwa 75% reduzieren. Unter der Annahme, dass ich keine anderen Einkommensquellen erschließe und konsequent mit diesem Einkommen weiterarbeite und unter den gleichen Bedingungen wie in der vorhergehenden Berechnung erreiche ich mein Ziel nicht mehr in 6 sondern in 9 Jahren. In diesen 9 Jahren müsste ich jedoch nur 11421 Stunden arbeiten.

Dieser Effekt ergibt sich aus meiner Sicht aus zwei Faktoren. Erstens habe ich bereits ein gewisses Vermögen aufgebaut welches investiert ist und mir regelmäßig zusätzliche Einnahmen einbringt. Zweitens optimiere ich durch die Stundenreduzierung meinen Netto-Stundenlohn. Natürlich muss ich bei steigendem Netto-Stundenlohn, im Verhältnis weniger arbeiten um das gleiche Einkommen zu erzielen.

Das Ziel, ein Gewinn an Lebensqualität

Das Ziel einer solchen Stundenreduktion ist für mich ganz klar der Gewinn von Zeit und Lebensqualität. Durch eine Reduktion meiner Arbeitszeit auf 70% würde ich etwa 11,5 Stunden an Freizeit pro Woche gewinnen. Das sind 2,3 Stunden pro Arbeitstag. Noch dazu kann ich meinen Netto-Stundenlohn steigern.

Diese zusätzliche Zeit möchte ich unter anderem nutzen um mich meinen sportlichen Zielen intensiver widmen zu können. Dabei stehen beispielsweise sportliche Fortbildungen sowie ein erhöhtes Trainingspensum am Plan. Natürlich wird insgesamt, besonders unter der Woche mehr Freizeit über bleiben. Diese kann ich dann für alltägliche Dinge nutzen für die mir sonst die Zeit fehlt. Oder ich kann sie für meinen Blog und andere Hobbies nutzen.

Ein Experiment

Für mich ist es ein Experiment das ich gerne nächstes Jahr angehen möchte. Mit meinem Chef habe ich bereits darüber gesprochen und alle weiteren Schritte sind in Klärung. Wie sich die Reduktion meiner Arbeitszeit dann tatsächlich auswirkt kann ich aktuell noch schwer beurteilen. Deshalb hoffe ich, dass hier nichts mehr dazwischen kommt und bin schon sehr gespannt auf diesen Versuch.

Wie ist das bei dir, hast du auch schon über eine Reduktion deiner Arbeitsstunden nachgedacht, arbeitest du vielleicht sogar in Teilzeit und bist du zufrieden mit deiner Auslastung?

2 Kommentare

  • Ex-Studentin

    Als Projektleiterin hatte ich meist 50h-Wochen oder auch mal mehr. Irgendwann habe ich dann von den 40h im Vertrag auf 35h reduziert. Der Sprung von 50 auf 35h war sehr angenehm und hatte aus meiner Sicht auch positiven Einfluss auf meinen Job. Ich hatte an 10-12h-Tagen oft Kopfschmerzen. Die Arbeitsqualität wird an so langen Tagen nicht besser. Mit 35h bin ich viel entspannter und klarer im Kopf.

    Wenn man Stunden reduziert, kommt es sehr auf den Arbeitgeber an, ob das ein Karrierekiller ist. Führungskraft wird man damit nicht unbedingt. Auf meine Fachkarriere wiederum hatte es keine negativen Konsequenzen und meinen Kollegen ist es nicht mal aufgefallen, dass ich wesentlich weniger anwesend war.

    • Rationalist

      Danke für deinen Einblick. Ich habe auch die Erfahrung gemacht, dass ich nach einem 12 Stunden Tag meist nur noch ins Bett wollte. Manche Kollegen haben das besser weggesteckt als ich, gab aber auch genug denen es nicht anders ging.

      Dass die Qualität irgendwann abnimmt sehe ich auch so. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt darauf wie es mir mit weniger Stunden geht.

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