Finanzielle Freiheit & Klimawandel – Wie lässt sich das vereinbaren?

Die letzten Tage haben es mal wieder eindrücklich gezeigt. Der Klimawandel ist auf dem Vormarsch. Die Auswirkungen sind leider katastrophal. Es wird auch nicht besser und während manche Menschen noch davon reden, dass es keinen Klimawandel gibt, wird es Zeit, dass wir uns damit befassen wie das Thema finanzielle Freiheit den Klimawandel beeinflussen kann und warum das ganze für dich so wichtig ist.

Der Klimawandel ist angekommen

Wer es heute noch bestreitet ist vermutlich mit Corona-Leugnern auf eine Stufe gesetzt werden. Denn diese Person leugnet schlicht und ergreifend den aktuellen Stand der Wissenschaft. (Klimafakten) Inzwischen wird davon ausgegangen, dass Treibhausgase (CO2, Methan, Distickstoffoxid und fluorierte Gase) Hauptverantwortlich für den Klimawandel sind, wobei der menschengemachte CO2 Ausstoß einen entscheidenden Anteil an der Klimaerwärmung trägt. (europa.eu)

Die Folgen sind, was lange nicht der Fall war, aktuell auch deutlich spürbar. So schreibt Greenpeace „2020 und 2016 waren mit minimalen Unterschieden die beiden wärmsten Jahre seit Beginn der systematischen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881.“ und weiter „Seit Ende der 90er Jahre häufen sich die Hitzerekorde: heißeste Sommer in diversen Regionen, wärmste Winter, geringste Ausdehnung des sommerlichen Polarkreises -Mitschuld daran trägt der ungebremste Ausstoß industrieller Treibhausgase.“ (Greenpeace)

Das Problem dabei, die Ziele die wir (Länder, Staaten, Regierungen, EU) uns setzen, sind einfach zu wenig. (ots.at – WWF) Wir müssen aufhören davon zu sprechen was wir bis 2055 umsetzen können sondern darüber reden was wir in den nächsten 5-10 Jahren umsetzen können.

Finanzielle Freiheit und Klimawandel – Wie lässt sich das vereinbaren?

Die Frage der ich in diesem Artikel auf den Grund gehen möchte ist die nach der Vereinbarkeit von Klimawandel und der finanziellen Freiheit. Sowohl auf dem Weg dorthin als auch wenn du diese schon erreicht hast. Denn eines steht für mich fest das Erreichen der finanziellen Freiheit ist ein langfristiges Ziel. Wir reden von Zeiträumen von 10, 20, 30 oder gar 40 Jahren. Wenn der Klimawandel bis dahin ungebremst weitergeht ist es fraglich wie viel uns die finanzielle Freiheit noch bringt. Wie können wir also das Ziel der finanziellen Freiheit und das einer reduzierten CO2 Emission vereinbaren?

Lebensmittelverschwendung reduzieren

Eine hohe Lebensmittelverschwendung kostet dich nicht nur Geld sondern ist auch schlecht fürs Klima. Was du dagegen machen kannst? Genau planen was du die nächsten Tage essen möchtest. Anstelle von Großeinkäufen öfters kleinere Mengen einkaufen und möglichst viel von allem verwerten. Beispielsweise Gemüsereste für Suppe oder ähnliches verwenden. Damit sparst du nicht nur Lebensmittel sondern auch Geld.

Lebensmittel Bio, regional und saisonal kaufen

Bleiben wir gleich bei den Lebensmitteln. Drei Faktoren helfen nämlich den CO2 Fußabdruck stark zu minimieren. Bio, Regional und Saisonal. Nicht nur, dass bei Bioproduktion weniger CO2 Emissionen erzeugt werden, Regionale und Saisonale Produkte toppen das noch einmal. Durch die Regionalität fällt ein langer Transportweg weg, durch die Saisonalität die Lagerung. Wenn du dir also einen Saisonkalender zur Hand nimmst und im Supermarkt auf das Herkunftsland siehst kannst du schon viel bewirken. Unter gesundheit.gv findest du zum Beispiel einen Saisonkalender, dort kannst du nachsehen welche Lebensmittel aktuell Saison haben und damit besonders vorteilhaft sind. Willst du diesen positiven Effekt noch zusätzlich verstärken kaufe direkt auf einem lokalen Markt und nicht im großen Supermarkt. Das reduziert Transportwege und damit wieder das erzeugte CO2.

Während der Griff zu Bio-Lebensmitteln durchaus teurer werden kann, können regionale, saisonale Produkte, besonders wenn du diese vom Bauern aus deiner Nähe kaufst dir Geld sparen.

Verzichte auf zu viel Fleisch

Die „Produktion“ von Fleisch bzw. die Zucht von Tieren hat große Auswirkungen auf die Treibhausgas-Emissionen. „Würden wir auf Fleisch und Milch verzichten bräuchten wir gerade mal ein Viertel aller landwirtschaftlich genutzten Flächen.“ (Utopia)

Dabei geht es nicht darum direkt auf eine vegane Ernährung umzusteigen und sich nur noch pflanzlich zu ernähren, auch wenn das natürlich eine Möglichkeit darstellt. Es reicht für den Anfang jedoch schon den Konsum von tierischen Produkten auf wenige Male pro Woche zu reduzieren. Das kann, vorausgesetzt du kaufst Qualität, sowohl den Geldbeutel schonen als auch der Umwelt helfen.

Ressourcen schonen, gebraucht kaufen & verkaufen

Alles das Ressourcen schont ist gut für Umwelt und deine Finanzen. Dazu kannst du Klamotten Second Hand kaufen (wofür es auch Online mehrere Plattformen gibt), oder Videospiele, Bücher und alte Elektrogeräte wenn du sie nicht mehr benötigst wieder verkaufen. Weiters würde ich dir empfehlen dir wieder mehr Gedanken darüber zu machen was du eigentlich wirklich brauchst. Manche Menschen gehen als Hobby „shoppen“ oder lassen sich durch Impulskäufe treiben. Am Ende ist der Schrank voll mit Billigklamotten die schlecht für die Umwelt, schlecht für die Menschen die sie produzieren und schlecht für dich sind.

Energiesparen & Ökostrom

Der Wechsel zu modernen Geräten mit einer höheren Energieeffizienzklasse kann bereits einiges an Strom sparen. So habe ich beispielsweise dieses Jahr unseren alten Kühlschrank ersetzt, wodurch wir pro Jahr nicht nur einiges an Strom, sondern auch ~80€ an Stromkosten pro Jahr sparen. Zusätzlich kann lohnt es sich abzuschalten was gerade nicht benötigt wird. Und damit meine ich richtiges abschalten und nicht nur den Standby-Modus. Kaufe dir einen Stromverteiler mit Ein/Aus Schalter und schalte den Strom ab wenn du ihn nicht mehr benötigst.

Die nächste Möglichkeit etwas gutes zu tun liegt darin bei deinem Stromanbieter auf Ökostrom zu wechseln. Die meisten Anbieter bieten dafür unterschiedliche Pakete. Das kostet etwas mehr, dafür tust du der Umwelt etwas gutes.

Verzichte auf das Auto, nimm Bus, Bahn und Fahrrad

Ebenfalls einen großen Einfluss hat der Individualverkehr, also dein Reiseverhalten. Sowohl für kurze Strecken (Einkaufen, Arbeit, Schule, Fortgehen, etc.) als auch für längere Strecken (Urlaub, Besuch bei Verwandten, etc.) macht es einen großen Unterschied wie du dich fortbewegst. Das hat sogar mehrere Gründe. Einerseits geht es um den unmittelbaren CO2-Ausstoß.

Andererseits wirkt sich die Art und Weise wie du dich fortbewegst jedoch auch auf den Ausbau der Infrastruktur für die jeweiligen Fortbewegungsmittel aus. Am Ende des Tages dürfen solche Dinge nicht bloß auf das Verhalten einer einzelnen Person gesehen werden sondern müssen hochgerechnet werden.

Nehmen wir zum Beispiel an, dass du fast jede Strecke mit dem Auto zurücklegst und rechnen das auf den Großteil der Einwohner der Stadt, des Bundeslandes oder des Landes in dem du lebst hoch. Sind ständig alle Personen mit dem Auto unterwegs erhöht sich der Druck die entsprechende Infrastruktur auszubauen. Das heißt die Wahrscheinlichkeit steigt, dass wieder mehr und größere Straßen, Autobahnen, etc. gebaut werden und weitere Flächen versiegelt werden.

Sind du und der Großteil der Bevölkerung jedoch mit dem Fahrrad oder den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs und sinkt die Nutzung von Autos, so sinkt der Druck Straßen weiter auszubauen und es werden weniger Parkplätze benötigt. Gleichzeitig werden Fahrradwege ausgebaut, Bus- und Zuglinien verstärkt.

Jetzt könnte man auf den Gedanken kommen, dass dann ja auch etwas ausgebaut werden muss. Die Sache ist jedoch, dass die Verkehrsmittel weniger CO2 erzeugen und deutlich mehr Personen mit weniger Platz und Energiebedarf transportiert werden können. Zusätzlich dazu kostet ein Auto inkl. Versicherung, Wartung, Benzin, usw. einiges. Wenn du daher komplett auf ein Auto verzichten kannst sparst du eine Menge Geld.

Wenn es nicht ohne Auto geht, so klein wie möglich oder nutze Carsharing

Doch was, wenn es einfach nicht ohne Auto geht? In dem Fall gibt es zwei Möglichkeiten um möglichst viel Geld zu sparen und möglichst schonend mit der Umwelt umzugehen. Entweder wohnst du an einem Ort an dem die Nutzung von Carsharing oder du kaufst ein gebrauchtes und möglichst kleines Auto. Ich selbst nutze aktuell noch ein eigenes Auto. Als ich dieses nach einem Unfall letzten Jahres gegen ein günstiges gebrauchtes und vor allem kleineres Auto eingetauscht habe viel mir relativ schnell auf wie viel weniger Treibstoff das neue Auto benötigt. Oben drauf ist auch noch die Versicherung günstiger.

Nachhaltige Investments & Ökobanken

Geldwachstum

Im Bereich der Geldanlage kannst du Einfluss auf das ökologische Verhalten von großen Unternehmen nehmen. Also dort ansetzen wo wir wirklich noch Nachholbedarf haben und die Politik oftmals zu langsam agiert.

Ich habe bisher nicht viel zu nachhaltigen Investments geschrieben, hier kannst du dir jedoch etwas im Kontext Geldanlage mit ETFs und Smartfactor ETFs im Bereich Nachhaltigkeit bzw. SRI (Socially Responsible Investing) durchlesen.

Und was bringt das? Einfach zusammengefasst haben Unternehmen ein Interesse an guten Kursen. Durch die steigende Nachfrage nach nachhaltigen Investments kann der Kurs von nachhaltigen Unternehmen gesteigert und der von anderen Unternehmen gebremst werden. Dadurch lässt sich ein gewisser Druck ausüben der Unternehmen dazu bewegt die notwendigen Kriterien zu erfüllen um in entsprechende SRI ETFs aufgenommen zu werden.

Eine weitere Möglichkeit ist es dein Tagesgeld bei Ökobanken zu deponieren. Diese nutzen das Geld nämlich genau für ökologische Investments.

Minimalismus & Frugalismus

Einen etwas anderen, aber genau so sinnvollen, Ansatz stellen Minimalismus und Frugalismus dar. Beide stellen Lebensstile dar in denen der „Anwender“ versucht möglichst wenig zu konsumieren oder auszugeben. Die Überlegungen sind nicht ganz gleich, das Ergebnis aber teilweise schon recht ähnlich. Unnötige Anschaffungen und Ausgaben werden vermieden, man versucht sich mit dem notwendigsten zufrieden zu geben.

Diese Art der Reduktion schlägt in die gleiche Kerbe die wir bereits bei vielen anderen Punkten besprochen haben. Egal ob es darum geht nicht jeden Tag Fleisch zu konsumieren, nicht ständig neue Klamotten zu kaufen, altes Zeug gebraucht zu verkaufen oder neues gebraucht zu kaufen. All diese Schritte helfen der immensen Verschwendung von Ressourcen gegenzusteuern und kann auch noch deinen Geldbeutel schonen. Also eine Win-Win Situation.

Fazit

Wie du siehst gibt es eine ganze Menge die du tun kannst um dir und der Umwelt etwas gutes zu tun. Manche Schritte kosten etwas mehr, andere Schritte können dir jedoch sogar Geld sparen. Wichtig dabei ist meiner Meinung nach auch, dass es nicht um Extreme geht. Du musst nicht von heute auf morgen alles umstellen und „Perfekt“ machen. Was ist denn überhaupt Perfekt? Wenn du einsam in einer Höhle wohnst?

Wir leben eben nun mal in einer Gesellschaft in der wir einen gewissen Stil und damit auch CO2-Fußabdruck mittragen. Es gibt allerdings Lebensstile die das 10-fache (oder mehr) anderer Lebensstile verursachen. Daher ist jeder Schritt auf dem Weg zum Stopp des Klimawandels ein guter. Du kannst dich jeden Tag aufs neue entscheiden ob du etwas gegen den Klimawandel machen möchtest oder ob du dabei zusehen willst wie es immer heißer wird.

Das Positive, um so mehr Menschen sich dessen bewusst werden und ihren Lebensstil anpassen, um so höher wird automatisch der Druck auf Unternehmen und Politik etwas zu ändern. Also, lass uns gemeinsam etwas für unsere Zukunft tun!

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