Ab wann ist man reich?

Eine Frage die wohl auch du dir schon das ein oder andere Mal gestellt hast ist die Frage danach ab wann du eigentlich reich bist. Dabei ist das eine sehr subjektive Frage. Denn je nachdem in welchem Land du lebst und in welcher Einkommensschicht du dich bewegst wird dir die Frage im Schnitt anders beantwortet werden. Reichtum ist also subjektiv, Frage geklärt, Case Closed, oder doch nicht? Ich möchte versuchen in diesem Artikel eine bessere Antwort auf die Frage zu finden ab wann man reich ist.

Woran kann man Reichtum messen?

Dazu müssen wir uns zuerst überlegen woran wir Reichtum messen wollen und können um zu beurteilen ob eine Person reich ist. Eine einfache Möglichkeit wäre es einen bestimmten Betrag festzulegen ab dem jemand reich ist, so könnten wir beispielsweise alle Personen mit einem Vermögen über einer Million Euro als reich bezeichnen. Laut Wealthreport 2019 gab es 2018 beispielsweise 125.043 Millionäre in Österreich. Also eine ganze Menge.

Der Nachteil an der Betrachtung des Vermögens alleine ist, dass wir eine Vielzahl anderer Faktoren vernachlässigen. Beispielsweise ist die Höhe der Ausgaben im Verhältnis zu den Einnahmen der jeweiligen Person wichtig für die Beurteilung. Jemand mit einem Vermögen von einer Million Euro ohne Einkommen und jährlichen Ausgaben von 100.000 Euro wird sein Vermögen in 10 Jahren aufgebraucht haben. Dann war es das mit dem Reichtum.

Warum ein Vergleich mit anderen keinen Sinn macht

Der Mensch orientiert sich gerne an anderen. Wir lernen von klein auf uns mit anderen zu vergleichen und zu konkurrieren. Im Bezug auf die Frage nach Reichtum macht dies meiner Meinung nach jedoch keinen Sinn. Wie bereits festgestellt reicht das Geld, das auf deinem Konto liegt, alleine nicht als Indikator. Doch wie sieht das ganze aus wenn wir noch die Faktoren Einkommen und Ausgaben berücksichtigen?

Sobald wir diese Werte berücksichtigen kommen wir der Antwort einen Schritt näher. Gibt jemand beispielsweise 1000 Euro im Monat aus verdient allerdings 2000 Euro im Monat ist er jeden Monat um 1000 Euro reicher. Das heißt der finanzielle Reichtum dieser Person wächst um 1000 Euro, oder 100% seiner Ausgaben, pro Monat und dadurch schneller als bei einer Person die 2500 Euro verdient und dafür 2000 Euro ausgibt. Die zweite Person würde nur 25% ihrer Ausgaben pro Monat auf die Seite legen können.

Damit sind wir der Beurteilung des Reichtums schon einen Schritt näher gekommen. Genau genommen betrachten wir allerdings nur das Vermögenswachstum. Dieser Wert alleine sagt immer noch nicht viel über den Reichtum einer Person aus. Besonders da das vorhandene Vermögen ignoriert wird. Um den Reichtum einer Person zu messen erachte ich daher einen anderen Wert als sinnvoll.

Der finanzielle Freiheitsquotient

Ich bin der Meinung, dass der finanzielle Freiheitsquotient (FFQ) eine gute Möglichkeit bietet zu beurteilen wie reich du bist.

Was genau ist der Finanzielle Freiheitsquotient? Mit dem finanziellen Freiheitsquotient meine ich den Quotienten aus passivem Einkommen / Ausgaben. Wenn du also beispielsweise monatlich 100 Euro aus Mieteinnahmen oder Aktiengewinnen (Dividenden oder Wertzuwachs) generierst und Ausgaben in Höhe von 1000 Euro im Monat hast entspricht dein FFQ einem Wert von 0,1 (entspricht 10% deiner Ausgaben). Je höher dieser Wert ist desto reicher bist du basierend auf deinem persönlichen Lebensstil. In dem Moment in dem dein FFQ den Wert Eins überschreitet bist du finanziell frei. Meiner Meinung nach ist dies eine der besten Möglichkeiten zu beurteilen wie reich du bist.

Unter Wie viel Rendite brauchst du? habe ich einen Rechner veröffentlicht mit dem du unter anderem deinen finanziellen Freiheitsquotienten errechnen kannst.

Finanzieller Reichtum ist nicht alles

Wenn Reichtum für dich bedeutet, dass du von Ort zu Ort fliegst oder dir ein teures Boot kaufst, dann wirst du mit dieser Definition gegebenenfalls nicht sehr weit kommen. Andere Menschen wiederum benötigen kein Geld und bezeichnen sich selbst als reich solange sie ihre Familie und Freunde um sich haben. Wir landen am Ende also doch wieder bei der subjektiven Frage von Reichtum. Wenn du für dich definieren kannst ab welchen monatlichen Ausgaben du dich selbst als reich bezeichnen würdest kannst du deinen finanziellen Freiheitsquotienten auch anhand dieses Wertes berechnen.

Abschließend lässt sich sagen, dass Finanzieller Reichtum nicht alles ist. Reichtum alleine macht dich nicht glücklich. Er kann dir allerdings dabei helfen mehr Zeit und Geld für Dinge zu haben die dich glücklich machen. Weiters ist die Definition von Reichtum sehr subjektiv. Ab wann du reich bist lässt sich also nicht pauschal definieren. Anhand des FFQ kannst du jedoch errechnen ab wann du anhand deines individuellen Lebensstils finanziell frei bist, was meiner persönlichen Definition von finanziellem Reichtum entspricht. Wie du Reichtum, also nicht nur finanziellen sondern auch persönlichen Reichtum, für dich definierst musst du allerdings selbst entscheiden.

Schreib mir doch in die Kommentare was Reichtum für dich bedeutet.

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